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Über den Verein

Wie kam es zur Gründung der Plattform Flüchtlingshilfe Tulln?

von Dr. Wolfgang Apfelthaler (Beiratsvorsitzender)

Die Gründung geht auf einen Anstoß von Bgm. Peter Eisenschenk zurück, der die Pfarren einlud, eine Initiative zu starten und die Stadtgemeinde würde dies unterstützen - ideell und materiell. So schlossen sich die katholischen Pfarren St. Severin, St. Stephan und Langenlebarn mit der Evangelischen Pfarrgemeinde zu einer Initiative zusammen und nannte sich Plattform Flüchtlingshilfe Tulln.

Die erste Aufgabe war, für Flüchtlinge geeignete Wohnmöglichkeiten zu finden (Vorgabe war, dass Wohnungen nur zu einem Mietpreis bis zu 400 Euro maximal in Frage kommen, da ansonsten der Wohnzuschuss des Landes nicht in Anspruch genommen werden kann.) So gab es in diesen vier Pfarrgemeinden zu Weihnachten 2014 einen Aufruf. Als erstes wurden zwei Kleinwohnungen in der Ziegelfeldstraße gefunden und mit gespendeten Möbeln und Inventar ausgestattet. Weiters erhielten wir die Informationen, dass über die Diakonie die Vermittlung von Flüchtlingswerbern in Wohnungen in unserem Bereich Tulln erfolgt. Tatsächlich erwies sich dies als nicht sehr "effektiv", da trotz der guten Kontakte von Vikar Dr. Lang (evangelische Pfarre Tulln) es bis Anfang Mai 2015 brauchte, bis die ersten beiden Familien zugeteilt wurden. Sichtlich waren (oder sind es nach wie vor) die NGOs mit dem Ansturm, der Verteilung und der Betreuung "überfordert".

Einschub: Es war deshalb auch für uns leicht frustrierend, da alle (Privatpersonen, Helfergruppen), die sich nicht an diesen "offiziellen" Weg hielten und direkt nach Traiskirchen fuhren, relativ zügig Flüchtlingswerber zugeteilt erhielten bzw. auch sagten, dass sie es sich "aussuchen" konnten, wer zu ihnen kommt.

Die erste Aufgabe dieser Plattform, die bis Herbst 2015 nur eine lose und unverbindliche Kooperationsbasis der Pfarren darstellte, war es Wohnungen zu suchen bzw. die dann in diese Wohnungen zugeteilten Menschen zu begleiten und insbesondere bei den Behördenwegen, Schulen, medizinische Versorgung zu unterstützen.

Mit Sommer 2015 änderte sich dies schlagartig, als es zunächst 20 Flüchtlingswerber in der Bezirksstelle des "Roten Kreuzes" gab und die Ankündigung des Landes uns (Stadtgemeinde und Plattform) beschäftigte, dass ca. 100 Flüchtlingswerber in Containern nach Tulln kommen sollten. Vom Land war geplant, diese Container im Bereich des Rosenheimes (somit auf Grund des Landes NÖ) aufzustellen. Gemeinsam wollten wir dies verhindern, da eine Ansammlung von 100 Personen an einem Ort wir für sehr problematisch hielten. Schließlich wurden die Standorte (war nicht so einfach!!) in St. Severin, St. Stephan sowie bei der Agrana, Starkl und Langenlebarn gefunden. Diese Grundstücke werden von den Eigentümern kostenlos zur Verfügung gestellt und die Stadtgemeinde übernahm die Aufschließung.

Für die Betreuung in den Containern wurde zunächst mit einer privaten Firma verhandelt (die Zuteilung, wer dies macht, erfolgt über das Land NÖ direkt) und eine erste Informationsveranstaltung durchgeführt. Schließlich wurde entschieden, dass die Betreuung durch das Rote Kreuz -Bezirksstelle Tulln - erfolgen wird. Für die Flüchtlingswerber in der Bezirksstelle bildete sich relativ rasch eine Unterstützergruppe und in der Folge bildeten sich Kontakte zwischen diesen, dem Roten Kreuz und der Plattform.

Die unmittelbare Betreuungstätigkeit - insbesondere auch der Deutschkurse - wurde durch die Plattform koordiniert, zu der neben tulln.hilft.at auch noch die VHS sowie Vertreter einzelner Helfergruppen dazukam. Dieser Beirat (vormals Initiative) trifft sich in etwa monatlich und hat ca. 12 offizielle Mitglieder. Um die nun größer gewordene Aufgabenstellung zu bewältigen und vorallem auch die damit verbunden materiellen Agenden (Spenden sammeln, Unterstützungen auszahlen, Hilfstätigkeiten honorieren) korrekt abzuwickeln, wurde ein Verein gegründet. Er wurde so klein als möglich gehalten in seinen Funktionen und setzt sich aus folgenden Vertretern zusammen:

Vereinsvorstand: Obmann Alfred Lauber (St. Severin)
Obmannstv. Manfred Neubauer (Evangelische Pfarre)
Kassier Helmut Schneider (St. Stephan)
Schriftführer Andreas Pircher (St. Severin)
Vorstandsmitglied Christian Resch (Stadtgemeinde Tulln)
Beirat Wolfgang Apfelthaler

Rechnungsprüfer
Josef Gnant (St. Stephan)
Alexander Lung (Pfarre Langenlebarn)

(Buchhaltung - RPW Tulln / Gerhard Pircher)

Die bisherige Arbeit der Initiative Plattform Flüchtlingshilfe wurde in den Beirat des Vereines verlegt. Somit konnte einerseits die Koordinierung der Tätigkeit der Ehrenamtlichen mit den Vertretern des Roten Kreuzes und der Stadtgemeinde als auch der benötigten Hilfsdienste (z.B. Erstellung eines Kompasses für Tulln mit den wichtigsten Regeln in unserer Gesellschaft) ungestört weitergeführt werden bzw. durch die Vereinskonstruktion unterstützt und legalisiert werden.

Wie funktioniert der Verein Plattform Flüchtlingshilfe Tulln?

Zunächst entstand eine Plattform -- eine lose und freiwilliger Zusammenschluss der katholischen Pfarren Tulln-St. Severin, Tulln-St. Stephan und der Pfarre Langenlebarn sowie der Evangelischen Pfarrgemeinde Tulln mit der Stadtgemeinde Tulln. Vertreter dieser Organisationen bilden auch den Vereinsvorstand.

Der Verein wurde erst am 19.11.2015 gegründet, damit auch eine klare formale Struktur für die finanzielle Abwicklung der Spenden einerseits und der Unterstützungen andererseits besteht. Die Koordinierung der Betreuungsarbeiten - Hilfestellungen für die Bewohner in den Containern und den Privatwohnungen wie z.B. Deutschlernen und Begleiten der Kinder sowie Jugendlichen in den schulischen Ausbildungen - erfolgt im sogenannten "Beirat" des Vereines und stellt im wesentlichen die Arbeit des von Anfang an tätigen Kreises von Ehrenamtlichen mit den Vertretern des Roten Kreuzes und der Stadtgemeinde Tulln dar.

Dieser Beirat trifft sich ca. 1x monatlich und ihm gehören etwa 12 Personen - Vertreter diverser Gruppen und Organisationen - an.

Haben Sie weitere Fragen, dann schicken Sie uns eine Email an tullnhilft@gmail.com